Teil 3: Modellieren eines Orc-Kopfes in Cinema 4D mit HyperNurbs

 

Gebiss

Hypernurbs eignen sich sehr gut zum modellieren von Zähnen.
Die Zähne nehmen besonders bei dem Kopf eines Orcs eine wichtige Rolle ein. Ihr könnt entscheiden wie groß oder klein eure Zähne werden sollen (und wie viele).

Rechts ist die Mundhöhle zu sehen und die Punkte die wir zur Verfügung haben. Die Ansicht ist von innen und auf Wireframe gestellt, weil einige Punkte von Polygonen verdeckt sind.

 

Zuerst werden wir uns die untere Zahnreihe und dort den Eckzahn vornehmen. Dafür brauchen wir ein geeignetes Polygon in waagerechter Lage hinter der Lippe. Auf dem Bild oben sind 5 Punkte markiert (die in der unteren Reihe). Kopiert diese im Stukturmanager und fügt sie ein. Verschiebt sie dann in die Mundhöhle und verbindet die neuen Punkte mit den alten von denen sie kopiert wurden (Brücke....).

Verschiebt die Punkte und erzeugt damit unterschiedlich große Quadrate - große Quadrate stehen für große Zähne, kleine für kleine Zähne.

Links hab ich die Punkte kopiert und gerückt und muss jetzt nur noch verbinden.

Außerdem hab ich die Punkte der Originalreihe so gerückt, das ungefähr Rechtecke entstehen. Rechts sind 4 Rechtecke. Damit lassen sich jetzt 4 Zähne modellieren. Dank des Symmetrieobjektes haben wir dann unten schon 8 Zähne :) Wenn ihr mehr wollt, schneidet die Vierecke einfach mit dem Messertool. An dieser Stelle entstehen dann zwar Dreiecke, aber die sind an der Innenseite der Lippe und von daher nicht wichtig - es sei denn ihr macht später Nahaufnahmen vom Mundinnenraum :P

Kommen wir zuerst zum großen Eckzahn. Er verbraucht am meisten Platz und wird deshalb zuerst modelliert.

Selektiert also das linke Polygon aus dem der Eckzahn entstehen soll.

Die Methode die wir nutzen: Extrudieren. Es erfordert etwas Geschicktheit mit diesem Werkzeug um den Zahn in eine ordentliche Form und Position zu bringen. Wenn es also daneben geht, versucht es einfach noch mal, strg+z geht immer :)

Extrudiert also das Polygon ein Stück, bis knapp überhalb der unteren Lippe und rückt das neue Deckpolygon so zurecht das es waagerecht liegt. Verschiebt das ganze außerdem etwas lach links.
Jetzt skalieren wir das Deckpolygon noch um ein stück kleiner und Extrudieren dann erneut - etwa die gleiche Länge wie beim ersten Extrudieren. Am Ende wird das Deckpolygon ganz klein skaliert. Euer zahn sollte dann so wie dieser aussehen (oder ähnlich). Ihr könnt den Zahn jetzt noch im Punktmodus bearbeiten bis er euch komplett gefällt.

Genau nach dem gleichen Prinzip werden jetzt die restlichen Zähne gemacht. Passt die Größe und Form euren Wünschen an.

Tipp: wollt ihr eine klarere Abgrenzung zwischen den Zähnen, dann führt vor dem ersten Extrudieren ein Innen Extrudieren durch (aber nur ganz wenig).

Wenn einzelne Zähne in die Lippe "hineinragen" ist das nicht so tragisch, das kann zum Schluss noch verbessert werden.

Ich hab noch 2 kleine Zähne gemacht. Die kleineren Zähne sind ausserdem nicht so spitz - das erreicht ihr wenn ihr die Punkte am ende nur in 2 Richtungen kleiner skaliert. Ihr könnt das/die Polygone auf der Innenseite der kleinen Zähne Innen Extrudieren - dadurch erreicht ihr eine schärfere Kante.

Je nachdem was ihr für einen Ork haben wollt müsst ihr selbst entscheiden wie eure Zähne aussehen.

Das Ergebnis sind schon ganz gut aus. Fehlen bloß noch die oberen Zähne.

Oben gehen wir fast genauso vor wie bei den unteren Zähnen. Wir machen nur kleinere und mehr Zähne. Ausserdem sollen die oberen Zähne nicht so Spitz werden und etwas schief. Leider seht ihr rechts das wir zu wenig Polygone zur Verfügung haben. Eventuell müssen wir also ein paar Schnitte in den nächsten Schritten unterbringen.

 

Damit die Zahnhälse von der Lippe verdeckt werden, bewegen wir zunächst die hinteren Punkte der oben selektierten Polygone nach oben und soweit nach vorne, dass sie annähernd Quadratische Polygone bilden.
Selektiert alle Polygone rechts und führt einen ganz kleinen Extrude nach oben durch, so schaffen wir eine kleine Umrandung für die Zähne. Skaliert die Polygone nach dem extrude etwas kleiner.
Damit wir an der Symmetrieachse wieder einen weichen Übergang haben, selektiert das durch den Extrude entstandene kleine Polygon dort und löscht es.
Eventuell müsst ihr noch die Punkte an der linken Aussenseite verschieben, so das sie nicht mehr herausragen.

Jetzt fragt ihr euch vielleicht nach dem genaueren Sinn dieses Teiles. Wir haben durch das extrudieren 2 schmale Polygone an den Seiten erzeugt (links markiert).

Sie laufen wie eine Schutzschicht um das Polygon herum, was wir schneiden wollen. Auf den anliegenden Polygonen entstehen durch das Schneiden die Dreiecke die wir ja nicht haben wollen. Wenn wir jetzt das Polygon in der Mitte der markierten schneiden, entstehen lediglich schmale Dreiecke auf den kleinen Polygonen die anliegen. Hätten wir das nicht gemacht, würden Dreiecke auf unseren Lippen-Polygonen entstehen und das würde dann nicht mehr so toll aussehen. Diese Technik funktioniert aber nur an Stellen die nicht gut Sichtbar bzw. besonders klein sind.

Wir haben nun dafür vorgesorgt das wir beruhigt schneiden können, die kleinen Dreiecke sieht eh keiner. Also markiert das Polygon in der Mitte und schneidet es so oft, wie ihr Zähne haben wollt. Ich hab 3 Schnitte gemacht und ein längeres Polygon rechts außen gelassen (wo kein Zahn hinkommt).

Jetzt haben wir genug Polygone für die Zähne.

Der linke Zahn ist bei mir der größte. Falls jemand noch nicht genau weiss wie er die oberen Zähne machen soll, hier die Reihenfolge wie ich vorgegangen bin:

Das Polygon aus dem der Zahn werden soll selektiert, einen ganz leichten Extrude nach unten durchgeführt, dann wieder einen ganz kleinen nach oben (eine schmale Umrandung für den Zahn). Anschließend einen größeren Extrude nach unten (zu den selektierten Punkten links). Etwas skaliert (kleiner gemacht) und dann noch mal extrudiert und die Spitze klein skaliert.

Bei den anderen Zähnen hab ichs genauso gemacht, nur das ich dort statt der Umrandung durch extrudieren einen kleinen innen Extrude am Anfang gemacht habt. Wie ihr's macht ist egal, am Ende kommt es fast auf das gleiche heraus.
Schneidet am Ende die Zähne mehrmals mit dem Messertool und verschiebt die Punkte - so bekommt ihr eckige und Kantige Zähne. Führt am ende einen InnenExtrude durch um die Zähne stumpf zu machen.

Jetzt braucht unser Orc nicht mehr hungern :)

Hier (unten) seht ihr den Aufbau meiner Zähne (HN aus) - schneidet wie es euch gefällt, aber begrenzt das Messertool auf eure Selektion!

Rachen "bauen"

Das Stück was jetzt kommt ist zugegeben, etwas stressig. Wir müssen den Rachen zusammenbauen. Die Methode die wir dabei nutzen kennt ihr schon: Punkte kopieren, einfügen und mit dem Brücketool verbinden.

Die schwierigste Stelle dabei ist der Übergang von dem Eckzahn zur Lippe. Links ist ein Bild vom inneren des Mundraumes. Die Linie zeigt die Kante die wir fortführen müssen.

Rechts sind die Punkte markiert die wir kopieren werden. Passt auch oben bei den kleinen Zähnen auf, nehmt dort die untere Punktreihe (und nicht die Punkte an den Schnitten die wir für die Zähne gemacht haben, diese sind über dem schmalen Polygon (Dreieckschutz...).

Kopiert die Punkte, fügt sie ein, verschiebt sie nach innen und verbindet sie der Reihe nach.

Wenn ihr alles richtig gemacht habt, sieht es dann sieht es dann so oder ähnlich aus. Wer hier feststellt das die Punkte/Polygone absolut nicht mehr mit meinen übereinstimmen, der kann die folgenden Schritte überspringen und selbst den Rachen modellieren - die Arbeitsweise habe ich ja schon einige male erklärt, hier ist es auch nichts anderes. Punkte werden kopiert, eingeführt und verbunden.

Hinweis: alternativ könnt ihr auch die Kanten anwählen und einen negativen Extrude ausführen - und anschliessend verschieben - die Kante wurde einfach verdoppelt, das Punkte verbinden entfällt. Allerdings funktioniert das nicht immer so gut - probiert es einfach aus.1

Verschiebt die neuen Punkte der unteren Zahnreihe etwas mehr nach hinten als an den Seiten. Außerdem könnt ihr sie ein wenig nach unten verschieben.

Um dem ganzen noch etwas mehr aussehen zu geben, erzeugt "Wellen" unten im Mund, indem ihr abwechselnd einen Punkt hoch schiebt, den andern dann wieder niedriger schiebt, dann wieder hoch...

So könnte es dann aussehen.

Beim den oberen Punkten könnt ihr fast das gleiche machen. Verschiebt sie etwas mehr nach hinten (wenn sie nicht schon genug weit sind) und wellt das ganze etwas.

Jetzt wird es wieder einfacher, kopiert die neuen Punkte, fügt sie ein, verschiebt sie und verbindet das ganze. Versucht beim zweiten mal kopieren, die Punkte auf eine Reihe zu bringen, verschiebt also die unteren Punkte mehr nach hinten
Das ganze wird noch ein paar mal wiederholt, zum Schluss skalieren wir die Punkte immer mehr bis nur noch ein ganz kleines Loch zu sehen ist.

Am Ende, reduziert das ganze auf einen Punkt. Wenn man von außen zuviel sieht, rückt die Punkte so bis es euch gefällt.

Damit wär dann auch das geschafft.

Im nächsten Teil werden wir nochmal der Kopfform unser Augenmerk zuwenden und dann das Ohr modellieren.

Da ihr jetzt von dem engen und unübersichtlichen Mund wahrscheinlich genug habt, verschiebe ich die Zunge auf nachher - die Reihenfolge spielt keine Rolle, wohl aber die Abwechslung :)